Der Verband der Schweizer Studierendenschaften feiert am 19. Juni seinen hundertsten Geburtstag. Zeit, auf die Vergangenheit zurückzublicken und sich auf neue Herausforderungen zu stürzen.

In Zürich gegründet, aber 1960 auf Bern verlegt, um die Koordination zwischen Deutschschweiz und Romandie meistern zu können, erlebte der Verband ein lebhaftes erstes Jahrhundert.

Fortschrittliches Denken und Handeln

1967 wird zum ersten Mal eine Frau in den VSS-Vorstand gewählt. 1970 gewinnt der VSS gemeinsam mit den Studierendenschaften aus Zürich das Referendum gegen das ETH-Gesetz und in den 70er und 80er Jahren folgt ein Tief mit der Auflösung einiger Studierendenschaften.

Allerdings geht es schon im nächsten Jahrzehnt wieder aufwärts mit vermehrtem Fokus auf die Hochschulpolitik der Schweiz. 2012 wurde die Stipendieninitiative eingereicht, die dann aber 2015 bei der Abstimmung scheiterte. Nun beginnt für den Verband das zweite Jahrhundert, aber ohne dass die To-do-Liste kürzer geworden wäre.

Gleichheit auf europäischer Ebene

Der Verband verfolgt nach wie vor noch seine elementaren Ziele. Unter anderem die Gewährleistung der Chancengerechtigkeit, den Einsatz für studentische Mobilität, die Gleichstellung der Geschlechter und die Demokratisierung der Hochschulen in der Schweiz.

Beispielsweise hat der Verband vor Kurzem mit anderen Jugendorganisationen eine Petition (Link rein) lanciert, die den Bund dazu auffordert, die Beitrittsverhandlungen für eine Vollassoziierung an Erasmus+ wieder aufzunehmen. So könnten die Schweizer Studierenden dieselben Vorteile wie ihre europäischen Kolleginnen und Kollegen geniessen: Erweiterte Sprachkenntnisse, kulturellen Austausch, Pluspunkte auf dem Arbeitsmarkt und all das ohne den bürokratischen Aufwand, der heute leider unumgänglich ist.

Stimme der Studierenden

Zudem hat der VSS dank seiner politischen Einflussnahme sich dafür einsetzen können, dass mehr Geld im Bereich der nachhaltigen Entwicklungen investiert wird. Auch auf Hochschulebene muss da noch viel gemacht werden. Es benötigt sowohl Bildung in der Nachhaltigkeit als auch verantwortungsbewusste Hochschulen, die mit ihrer Campusgestaltung eine Vorbildfunktion übernehmen.

Der VSS ist seit hundert Jahren die Stimme der Studierenden in Bundesbern und will das noch lange bleiben. Ohne den unermüdlichen Einsatz vieler tatkräftiger Studierenden wäre das nicht möglich.

Deshalb ein Aufruf für alle politisch motivierten Studierenden: Macht mit, falls ihr eure Zukunft und euer Studium mitgestalten wollt. Vor allem euch FH-Studierende, für die wir uns einsetzen und die Qualitäten eures Studiums betonen wollen, möchten wir noch mehr in politischer Aktion sehen!

 

Titelbild: Die Co-Präsidenten Lea und Francesco sind stolz auf das 100-jährige Bestehen des VSS (Bildquelle: Lea Schlenker)

Mirco Droz

Mirco Droz

Marketing- & Relationship-Manager, Autor

Ich bin Kommunikationsstudent und interessiert an Geschichten. Geschichten die Menschen zusammen bringen und etwas grossartiges entstehen lassen. Darüber zu schreiben bringt mich weiter, im Beruf sowie im Privaten. Deshalb möchte ich den Lesern auch meine Sicht näher bringen damit auch sie davon profitieren können.