Ein Psychothriller vom Allerfeinsten: Leon entdeckt eines Tages, dass er ein nächtliches Doppelleben führt und regelmässig in einen geheimen Schacht hinter seinem Kleiderschrank hinabsteigt. Doch das ist noch lange nicht alles. Autor Sebastian Fitzek lässt die Leser*innen in «Der Nachtwandler» bis zum Schluss «im Dunkeln».

Weisst du, was du im Schlaf tust? Natürlich liegst du jede Nacht brav in deinem Bettchen und träumst vor dich hin. Doch was, wenn dem gar nicht so ist? Was, wenn du ein nächtliches Doppelleben führst? Leon hat oft beängstigend reale Albträume und schlafwandelt seit seiner Kindheit. Er war deswegen lange in Behandlung, bis sich seine nächtlichen Aktivitäten legten. Doch jetzt scheinen sie ihn wieder eingeholt zu haben. Seine Freundin Natalie verlässt eines Nachts überstürzt die gemeinsame Wohnung, ihr Gesicht violett und die Augen geschwollen. Hat Leon etwa seine Freundin im Traum geschlagen? Er versucht, Natalie einzuholen, doch sie verschwindet spurlos. Sofort kontaktiert er seinen ehemaligen Psychiater, Dr. Samuel Volwarth, der ihm empfiehlt, sich eine Stirnkamera zu besorgen. Er soll sich in der Nacht filmen, so wie früher.

Traum oder Wirklichkeit?

Als Leon das nächste Mal aufwacht, sieht er sich auf seinem Laptop die Aufnahmen an. Darauf muss er erschreckend feststellen, dass sich hinter seinem Kleiderschrank eine Geheimtür verbirgt, durch die er im Schlaf wie selbstverständlich ein- und ausgeht. Führt er etwa ein Doppelleben? Leon scheint in der Nacht jemand völlig anderes zu sein – jemand, an den er sich im Wachzustand nicht erinnern kann. Natürlich glaubt er den Aufnahmen nicht und überprüft sie sofort: Der Schrank lässt sich ohne Weiteres beiseiteschieben und auch die Tür dahinter kann er öffnen. Hinter der Tür entdeckt er einen Schacht, und aus dem tiefen Dunkel heraus hört er Natalies Handy klingeln. Hat er Natalie etwas angetan? Liegt sie jetzt da unten?

Im Schacht entdeckt er eine weitere Tür, dahinter ein Lager, und darin die blutgetränkte Lieblingsbluse seiner Frau. Jene Bluse, die sie vor ihrem Verschwinden trug. Bei seinem fluchtartigen Weg nach oben stellt sich heraus, dass alle Wohnungen im Haus durch geheime Zugänge miteinander verbunden sind. Wie kann das sein? Warum hat niemand etwas davon gewusst? Oder hat nur er nichts davon gewusst?

Mit «Der Nachtwandler» hat Andreas Fitzek einen grossartigen Psychothriller geschaffen.

Leon will unbedingt seinen besten Freund Sven einweihen, doch als er ihm die Geheimtür zeigen will, ist sie nicht mehr da. Je länger, je mehr zweifelt er an seinem Verstand. Es scheint, als dass nur Leon alleine Zugang zum Schacht hat. Als er dann auf einer seiner weiteren Schachtinspektionen auf seine misshandelte und gefesselte Freundin trifft und sie ihm sagt, dass er nicht aufwachen soll, ist nichts mehr wie vorher. Heisst das, er ist im Wachzustand gewalttätig? Hat tatsächlich er Natalie misshandelt? Wem und was kann er denn jetzt noch glauben?

Spannung ohne Ende

Der Nachwandler stellt für mich ein absolutes Highlight im Bereich der Psychothriller dar. Obwohl das Cover eher unscheinbar ist und die Länge von 300 Seiten zum Durchschnitt gehört – die Geschichte ist an Spannung und Einfallsreichtum nicht zu überbieten. Bei Sebastian Fitzek wird die Realität zum Traum und der Traum zur Realität. Er schafft es, diese zwei Dimensionen gezielt so zu vermischen, dass du am Ende selbst nicht mehr weisst, was du glauben kannst. Aber lies am besten selbst – allerdings lieber nicht vor dem Schlafengehen!

 

Bildurheber Titelbild: pixabay, Tama66
Bildurheberin Buchcover: Mayra Viejo

Mayra Viejo

Mayra Viejo

Autorin

Ein Magazin wie Brainstorm gehört für mich einfach zum Studentenalltag dazu. Ich freue mich, den Lesern mit meinen Texten ein wenig Ablenkung zu verschaffen.