Die Wahl eines Bachelor- oder Masterstudienganges oder die Frage, ob und welche Fortbildung man noch machen möchte, führt bei vielen zu schlaflosen Nächten. «eduwo», ein Bewertungsportal, das den Durchblick im Schweizer Bildungsdschungel ermöglichen will, soll hier Abhilfe schaffen.

Erfahrungsberichte aus dem privaten Umfeld haben oft einen grossen Einfluss auf die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Ausbildung. Die Online-Plattform «eduwo» ermöglicht, dass diese Mund-zu-Mund-Empfehlungen möglichst vielen zur Verfügung stehen. Ähnlich wie bei TripAdvisor geht es hier darum, dass Leute, die es ausprobiert haben, ihre Erfahrungsberichte veröffentlichen und ihre Ausbildungsstätten bewerten.

Bildungsranking soll Schulen verbessern

«eduwo» führt jährlich ein Bildungsranking durch. Die Institutionen mit den höchsten Bewertungen in den Kategorien «Dozenten/Lehrer», «Ausstattung», «Organisation», «Rahmenangebot/Umfeld» und «Lehrinhalt», gewinnen. Es werden je die Top fünf der Universitäten, Fachhochschulen, pädagogischen Hochschulen sowie der höheren Berufsbildung ausgezeichnet. Das Bildungsranking soll einerseits den Interessierten zur Orientierung dienen, andererseits aber auch ein Stachel im Fleisch der Bildungsinstitutionen sein. Denn diese sind dank der steigenden Beliebtheit von Peerfeedbacks, und damit der Plattform «eduwo», auf ein gutes Abschneiden angewiesen.

Weniger Frust dank durchdachter Entscheidungen

Die Beweggründe «Hauptsache studieren» oder «irgendwas um Kohle zu machen» führen oft dazu, dass die Betroffenen im Studierendenleben nicht glücklich werden. Doch nicht nur Studienabbrecher*innen sind gefrustet, wenn sie Zeit verlieren – auch die Staatskasse wird belastet. Gemäss einer Studie der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung bricht jede*r fünfte Studierende das Studium ab. Diejenigen, die nach der Matura ein Zwischenjahr absolviert haben, brechen ihr Studium dabei viel seltener ab als diejenigen, die direkt ein Studium in Angriff nehmen. Es scheint, als würden die zusätzliche Zeit helfen, sich intensiver mit der Studienwahl auseinanderzusetzen.

Breites Informationsangebot von einem Start-Up

Nebst dem Bewertungsportal bietet «eduwo» verschiedene interaktive Funktionen auf der Website an, die einen Überblick über die Möglichkeiten verschaffen. Mit dem «Bildungsnavigator» wird nach dem Anwählen des höchsten bisher erreichten Bildungsgrades aufgezeigt, welche nächsten Stationen momentan für einen zugänglich wären. Das Ganze funktioniert auch umgekehrt: Wer einen Masterabschluss anstrebt, kann sich hier informieren, was für die Zulassung zum Studiengang noch fehlt. Ein Blick auf die Plattform lohnt sich allemal. Und wenn man schon dabei ist, warum nicht gleich die ZHAW und den eigenen Studiengang bewerten und sich dabei die Pros und Contras von der Seele schreiben?

«Unsere User müssen sich nicht nur auf ihr Bauchgefühl verlassen»

Aus ihrer eigenen Erfahrung heraus entdeckten vier ehemalige Studenten eine Marktlücke: Eine Bewertungsplattform für Ausbildungen. Der Co-Gründer der Plattform «eduwo», Benjamin Vidas, stellt sich den Fragen des Brainstorm-Magazins.

Benjamin Vidas, Chief Marketing Officer und Mitgründer von «eduwo» 

Benjamin, was hat euch Gründern im Entscheidungsprozess geholfen, denn Schritt tatsächlich zu wagen und das Start-Up aufzuziehen?
Wir haben vor der Gründung mit verschiedenen Anspruchsgruppen – wie etwa Studiengangleitenden, Studierenden, Schüler*innen sowie Verantwortlichen von Berufsinformationszentren gesprochen, um so herauszufinden, ob unsere Idee überhaupt Anklang findet. Da wir sehr positives Feedback erhielten, haben wir schlussendlich den Schritt gewagt.

Führt eine Plattform wie «eduwo» nicht dazu, dass Leute ihr Bauchgefühl ignorieren und ihre Entscheidungen fremdbestimmt fällen?
Ich glaube nicht, dass unsere Nutzer eine solch wichtige Entscheidung im Leben – wie den Entscheid für ein Studium – nur basierend auf der Meinung von anderen fällen. Dank den Erfahrungen von aktuellen und ehemaligen Studierenden können unsere User*innen jedoch ihr Bauchgefühl entweder bestärken oder es sich nochmals anders überlegen.

Habt ihr in eurer Firma einen besonderen Umgang mit Entscheidungen?
Bei uns kann jeder seine Meinung einbringen. Entscheide werden nach einer anschliessenden, effizienten Diskussion so gefällt, dass das Resultat möglichst für alle passt.

 

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