Cayo Jutías – das Karibikparadies

Nach einem ereignisreichen Tag gönnten wir uns am nächsten etwas Ruhe. Diese mussten wir uns jedoch hart verdienen. Um neun wurden wir von einem Taxi colectivo abgeholt – einem hellblauen Oldtimer-Bus, den wir mit einem Dutzend anderer Reiselustiger teilten. Über Stock und Stein und Schlaglöcher und Wiesen ratterten wir – teils im Schritttempo – zwei Stunden lang Richtung Cayo Jutías. Die holprige Fahrt wurde belohnt mit einem atemberaubenden weissen Karibik-Sandstrand und einem Meer so blau wie unser Oldie-Bus. Auf dem Rückweg beschloss unser Fahrer spontan, einen Halt beim «Mural de la Prehistoria» – einer 180 Meter breiten Wandmalerei – einzulegen.

 

Die 180 Meter breite Wandmalerei «Mural de la Prehistoria» bei Viñales.

 

Tags darauf ging es nach einem letzten Frühstück von Madaysi leider wieder weiter, hinaus aus dem Valle de Viñales, vorbei an Havanna, bis nach Trinidad. Wir erreichten die Kolonialstadt nach einer knapp siebenstündigen Fahrt am Nachmittag. Von unseren Gastgebern, die uns Madaysi vermittelte, wurden wir herzlich empfangen und zu unserem Zimmer (ohne Fenster) gebracht.

 

Trinidad – die farbenfrohe Kolonialstadt

Den Nachmittag verbrachten wir damit, das Städtchen zu erkunden, was nicht allzu lange dauerte. Also beschlossen wir, die steilen Treppen zum Turm des ehemaligen Klosters von Trinidad, dem «Convento de San Francisco de Asís», zu erklimmen. Von da aus hatten wir einen wunderbaren Ausblick über die Altstadt bis zur Küste und dem in der Sonne glitzernden Meer.

 

Die Aussicht von Trinidads ehemaligem Klosterturm über die bunte Kolonialstadt.

 

Für den zweiten Tag hatten wir wieder einen Ausflug geplant, diesmal jedoch nicht zu Pferd, sondern ganz luxuriös mit dem Taxi. Dieses holte uns um zehn Uhr ab und brachte uns zunächst zum «Mirador del Caribe», einem Aussichtspunkt im Escambray-Gebirge, mit Blick über die saftig-grüne Berglandschaft, die Stadt Trinidad und die Südküste Kubas. Weiter ging es mit dem uralten Kuba-Taxi auf einer beängstigend steilen und kurvigen Passstrasse, bis der Fahrer mitten im Nirgendwo anhielt. Dies war der Ausgangspunkt einer gemütlichen Wanderung – hiess es. Der erste Teil des Wegs war tatsächlich sehr angenehm, der zweite jedoch entpuppte sich als steinige, scheinbar endlose Treppe in eine Schlucht. Der Abstieg war anstrengend, doch er zahlte sich aus. Unten angekommen wurden wir mit einem riesigen Wasserfall belohnt, dem «Cascada Vegas Grande», der in ein klares Becken eiskalten Wassers prasselte. Darin plantschten wir kurz, bevor wir uns wieder auf den Weg nach oben machten. Zurück beim Ausgangspunkt wartete schon unser Taxifahrer auf uns, welcher uns zur letzten Station, einer kleinen Kaffeeplantage in der Nähe von Topes de Collantes, brachte.

 

Der Wasserfall Cascada Vegas Grande am Ende einer steinigen Wanderung.

 

Zurück in Trinidad liessen wir den ziemlich anstrengenden Tag in der Bar «La Canchánchara» mit dem gleichnamigen Drink aus Rum, Honig, Limettensaft und Eis ausklingen.

Den letzten Tag, bevor es wieder zurück nach Havanna und in die kalte Schweiz ging, verbrachten wir am Playa Ancón unter Palmenblätter-Schirmen und schlürften Kokosmilch. Ein gelungener Abschluss einer erlebnisreichen Reise durch dieses aussergewöhnliche Land.

 

Am Playa Ancón nahe Trinidad lässt es sich gemütlich unter Palmenblätter-Schirmen geniessen.

 

 

Bilder: Corina Oertli