Seit eineinhalb Jahren ist das gemütliche Restaurant «Lotti» am Werdmühleplatz im Kreis 1 der Farbfleck der Zürcher Gastroszene. Gleich neben der Bahnhofstrasse bietet sich dieses lauschige Lokal im industriellen Schäbi-Chic an, wo man nach Lust und Laune schlemmen und ausspannen kann. Und das erst noch zu studentenfreundlichen Preisen. 

Auf den ersten Blick will sich das Lotti nicht so recht in die eher konservative Umgebung um die Bahnhofstrasse Zürichs einfügen. Anfang Herbst 2017 hat das Restaurant zum ersten Mal die Tore für seine Gäste geöffnet. Das alternativ anmutende Lotti steht ganz im Gegensatz zu den Restaurants in der unmittelbaren Umgebung. Vor allem Restaurantketten wie das Yooji’s, das D-Vino oder auch die Vegi-Grösse «Hiltl» prägen das Stadtbild. Daneben wirkt das unkonventionelle Lotti fast fehl am Platz – und genau das ist es, was seinen Charme ausmacht. Mit einer zusammengewürfelt erscheinenden Innenausstattung im Garagen-Look, Holz-Möbeln und Kronleuchtern aus dem Brockenhaus besticht das Lokal mit der nötigen Frische. Ein Gefühl der Nostalgie kommt auf, wenn man sich an einen der vielen Holztische setzt und den Blick durch den mit alten Campari-Werbungen verzierten Raum wandern lässt.  

Das Lotti ist etwas für jedermann 

Das Lotti weiss, was es macht. Nicht zuletzt dank den Mitinhabern, die seit mehreren Jahren für Zürcher Originale wie das Restaurant Certo oder die Wirtschaft Neumarkt verantwortlich sind.  Die Gäste finden sowohl drinnen wie auch draussen – das Lokal bietet einen Aussenbereich mit Blick auf den Werdmühleplatz – auf knapp 140 Plätzen eine Sitzgelegenheit. Das Lotti zieht ein breites Publikum an: Beim Blick auf die Gäste erkennt man Studierende, Geschäftsmänner, Mütter mit ihren Kindern und immer wieder Hundebesitzer. Das macht das Lokal auch so sympathisch, weil es nicht eine bestimmte Klientel anzieht und die ganze Atmosphäre herrlich entspannt ist.  

Nachhaltiges Schlemmen von früh bis spät  

Morgens bis abends kommt man hier menütechnisch voll auf seine Kosten. Das Restaurant wartet mit einer ansprechenden Küche und regionalen Produkten auf.  Dabei setzt das Lotti ein Statement für Nachhaltigkeit. Auch Studierende oder Touristen mit eher dünnerem Portemonnaie müssen hier für ein Menü, beispielsweise den «Züriflade» (16 Franken) und den hausgemachten Eistee (5 Franken), nicht zu tief in die Tasche greifen – zumindest an Zürcher Massstäben gemessen. Empfehlung der Autorin: Bestelle beim nächsten Besuch den «Züriflade» mit dem herrlichen Titel «Speck Flamm» sowie Sauerrahm, geräuchertem Bauchspeck und roten Zwiebeln. Ein wahrer Traum für jeden simpel gestrickten Gourmet.  

Besonders empfehlenswert für alle Liebhaber der italienischen Küche sind die «Gnocchi alla sorrentina», vorzüglichen Kartoffelgnocchi mit Tomatensugo und Büffelmozarella (21 Franken). Wer etwas auf sein Budget achten muss, kann anschliessend für das Dessert einen Rhabarber-Crumble-Kuchen mit Sauerrahmglace mit seinem Gegenüber teilen (11 Franken). Leider ist in Zürich allgemein damit zu rechnen, mehr für einen Restaurantbesuch auszugeben als in anderen Schweizer Grossstädten. Da sollte man auf jeden Fall im Vorfeld – besonders als Studierende*r – portemonnaietechnisch gut gerüstet sein.  

Aufmerksam und blitzschnell  

Die Servicekräfte sind insgesamt sehr aufmerksam, gleich nach dem Absitzen wird man bedient. Das Personal ist ausnahmslos freundlich, selbst wenn ihnen die Bestellungen nur so um die Ohren fliegen. Und das ist in Lotti’s Lokal keine Seltenheit, denn es ist mehrheitlich gut besetzt. Es empfiehlt sich, besonders abends zu reservieren, um sich einen der begehrten Plätze zu sichern. Mittlerweile hat sich in der Stadt herumgesprochen, was das Lotti für ein schmackhaftes Angebot in petto hat.   

Kulinarische Aufwertung des Bahnhofquartiers 

Zweifellos bietet das Lotti viel Neues und ein herrlich unaufgeregtes Ambiente. Auf jeden Fall sollte man einen Abstecher in dieses Lokal unternehmen, wenn man sich in der Nähe aufhält. Vor allem wenn man der Typ ist, der mit Vorliebe in einer unkomplizierten Atmosphäre lecker und zu vernünftigen Preisen speist – ob als Paar für einen entspannten Brunch zu zweit, als Geschäftsmann für einen kurzen «Imbiss» oder als mehrköpfige Familie für ein grosses Abendessen.