In dieser Serie berichtet unser Autor über seine Eindrücke aus der britischen Metropole. Dieses Mal erzählt er uns von mühsamen Selbstbedienungskassen und süssen Begegnungen mit wechselndem Jöö- und Wäheffekt.

London ist nicht nur eine der teuersten Städte der Welt, sondern auf den ersten Blick auch sehr modern. Anders beim Bezahlen mit Kreditkarte: Da kämpfte sich der Autor schon mehrmals durch das digitale Nirwana. Waren vor 15 Jahren zeitraubende Unterschriften auf den Belegen noch absolut normal, lässt es sich heute auf der ganzen Welt vornehmlich schnell und einfach kontaktlos oder mittels PIN-Code bezahlen. Eigentlich. Denn trotz Zahlentastatur auf dem Bezahlterminal musste der Autor schon mehrmals den Kugelschreiber zur Hand nehmen. Warum das so ist, bleibt ein Mysterium – selbst in der asiatischen Pampa wurde von ihm nie eine Unterschrift verlangt.

Kunden sind grundsätzlich verdächtig
Vermeintlich moderner geht es in den Supermärkten zu. Selbstbedienungskassen sollen eigentlich praktisch und zeitsparend sein – in London sind sie aber wahre Geduldsproben. Im Gegensatz zu Konsumtempeln in der Schweiz scheinen die Betreiber nicht an den ehrlichen Menschen zu glauben. Deshalb liessen sie eine Waage installieren, auf die jedes Produkt nach dem Scannen gelegt werden muss. Die Folge: Gefühlt nach jedem fünften Artikel zeigt das System eine Fehlermeldung an (war die Tomate fünf Gramm zu leicht?). Und so richtig unterhaltsam wird die Sache, wenn gerade keiner der (wenigen) Verkäufer in der Nähe ist, um das Gerät wieder zu entsperren – und die Schlange sich bereits um mehrere Regale windet…

Zuckerschock nach Bäckereibesuch
Ebenfalls gewöhnungsbedürftig ist in England der hohe Zuckeranteil in Esswaren. Wer sich nach einer schweisstreibenden Joggingrunde im Hyde Park in der Konditorei eine Belohnung holt, muss sich auf eine wahre Zuckerbombe gefasst machen. Viele Lebensmittel sind zudem deutlich stärker als zuhause mit Zusatzstoffen «aufgepeppt». Da ist es kein Wunder, dass sich das Klischee von den wohlgenährten Briten hartnäckig hält. Die Wahrnehmung bestätigen auch Zahlen des britischen «National Health Service»: Der Anteil an zu dicken Menschen ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen – nur bei Kindern unter 15 Jahren zeigt der Trend in die andere Richtung, da diese sich gemäss Bericht gesünder ernähren.

Fashion Week für Hunde
Zuckersüss geht es nicht nur bei Lebensmitteln, sondern auch in den Londoner Parks zu und her. Die Londoner scheinen so richtig in Hunde vernarrt zu sein: Regnet es gerade nicht, verwandeln sich die Parks in eine «Fashion Week» für Hunde. Vom dicken Mops im Ballerinakleidchen über den liebevoll geföhnten Corgi (der auch zu den Lieblingen der Queen zählt) bis hin zum zähnefletschenden Kampfhund im Supermankostüm ist hier alles zu finden. Einen Hund zu haben, scheint in London voll angesagt zu sein. Böse Zungen behaupten, dass die Vierbeiner im stressigen Grosstadtleben ein Kinderersatz sind.

Bis bald mit weiteren Eindrücken aus London!