Andryy ist Musiker und Informatikstudent an der ZHAW. Im März brachte er seine erste EP auf Schweizerdeutsch heraus. Und dies, obwohl seine englischen Songs im Radio grossen Anklang gefunden hatten. Das Brainstorm weiss aber noch mehr über den Winterthurer.

Der Winterthurer Andri Jucken, auch bekannt als Andryy, schreibt spannende Geschichten. Nicht nur in seinen Songtexten, für die er sich übrigens von persönlichen Erlebnissen inspirieren lässt, auch sein eigenes Leben formt er zu einer super Story. Nach seinem Gitarrenstudium an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) macht der 26-Jährige ein Zweitstudium an der ZHAW in Informatik und schliesst dieses im Sommer ab.

«Die meisten Dozenten kennen mich wohl vor den Prüfungen nicht. Ich mache mich zugegebenermassen selbst etwas zum Fernstudenten». Wenn er aber am Unterricht teilnimmt, kommt es schon mal vor, dass seine Mitstudierenden ihn singend begrüssen, wenn er den Raum betritt. Dass er Musik macht, ist ihnen also bekannt. Ob er mal für die ZHAW-Studis ein Konzert spielen will? «Ja, klar!»

Seit etwa einem halben Jahr steht er ohne Band auf der Bühne. Er spielt alle Instrumente selber, nimmt die Melodien und Rhythmen mit der sogenannten Loop-Station auf. Diese spielt die verschiedenen Tonspuren gleichzeitig ab, so dass er dazu singen kann.

Andryy beim Aufnehmen von Instrumenten mit der Loop Station direkt auf dem Laptop.

«Mit der Loop-Station bin ich viel unabhängiger geworden und passe auch auf kleine Bühnen.» Auch als Supporting Act wird er jetzt leichter angenommen, weil es keinen aufwändigen Bühnenaufbau braucht. So hat er im Februar, kurz vor den Corona-bedingten Einschränkungen des Bundes, mit der Band «Broken Back» auf der Bühne gestanden. Auch für «Yokko» und «Marius Bear» ist er in diesem Jahr der Supporting Act. Besonders freut er sich auf Sommerfestivals und sehr gerne würde er an den Musikfestwochen in Winterthur auftreten. «Das isch eifach mini Hometown», begründet er diesen Wunsch.

Noch ist unklar, welche Konzerte und Festivals tatsächlich stattfinden können. Andryy hofft natürlich das Beste, denn er liebt es, auf der Bühne zu stehen. Bis es so weit ist, macht er ab und zu Livestreams von zu Hause aus. Gerade jetzt, wo so viele Leute ebenfalls zu Hause sind, finden seine gestreamten Wohnzimmerkonzerte grossen Anklang. Positives Feedback zu seiner Musik zu erhalten, findet Andryy etwas vom Schönsten am Musik machen.

Falls dir der Künstlername Andryy noch nichts sagt, kennst du ihn vielleicht noch als Allen Finch. Bevor er seine Songs in Mundart zu schreiben begann, machte er noch englische Songs. Mit dem Sprachenwechsel von Englisch zu Mundart kommt er sich selbst ein Stück näher. Deshalb sollte sein Künstlername auch seinem echten Namen wieder ähnlicher sein.

Auf Schweizerdeutsch Songtexte zu schreiben sei hundertmal schwerer. «Im Englischen reimen sich viel mehr Wörter, das geht dann wie Butter.» Aber er hat realisiert, dass alle seine musikalischen Idole in ihrer jeweiligen Muttersprache singen. «In der eigenen Sprache bekommen die Songs erst recht ihre eigene Note.» Das Ziel mit dem Wechsel zu Mundart-Songs ist es, andere Schweizer Musiker dazu zu inspirieren, sich ebenfalls mal in ihrer Muttersprache zu versuchen. Es hat auf jeden Fall keine schlechte Auswirkung auf den Erfolg, wie Andryy bewiesen hat.

Auf Schweizerdeutsch Songtexte zu schreiben sei hundertmal schwerer. «Im Englischen reimen sich viel mehr Wörter, das geht dann wie Butter.» Aber er hat realisiert, dass alle seine musikalischen Idole in ihrer jeweiligen Muttersprache singen. «In der eigenen Sprache bekommen die Songs erst recht ihre eigene Note.» Das Ziel mit dem Wechsel zu Mundart-Songs ist es, andere Schweizer Musiker dazu zu inspirieren, sich ebenfalls mal in ihrer Muttersprache zu versuchen. Es hat auf jeden Fall keine schlechte Auswirkung auf den Erfolg, wie Andryy bewiesen hat.

Mit «Chopfkino» kam er im März direkt in die Schweizer Single Charts. Die Corona-Krise scheint die Bekanntheit nicht negativ zu beeinflussen. «Ich kann mich jedenfalls nicht beklagen. Es läuft sehr gut bisher.»

Seine Musikvideos («Chopfkino» und «Geil») zeigen auch eine persönliche Seite von ihm. Zwei von den drei Musikvideos wurden in Winterthur aufgenommen. Erkennst du die Orte? Schreib es in die Kommentare!

Du willst mehr von Andryy wissen? Hier geht es zu seinem Instagram-Profil (@mal_andryy_musig).

 

Bildurheber: Bryon Trieb

Alyssia Kugler

Alyssia Kugler

Autorin, ehemalige Co-Leiterin des Brainstorms

Ich schreibe fürs Brainstorm, weil ich hier wertvolle Erfahrungen machen kann. In der Leitung des Brainstorm von 2018 bis 2020 möchte ich sicherstellen, dass auch andere Studierende wertvolle Erfahrungen machen können. Ich wünsche mir, dass das Brainstorm grösser, bekannter und angesehener wird.