Die beliebte Kleidertauschbörse der Nachhaltigkeitskommission des VSZHAW fand am 11. April zum zweiten Mal im Toni-Areal statt. Die Organisatorinnen erwarteten einen Grossanstrum und waren dankbar um die Unterstützung der ZHdK.

Beim Blick in den eigenen Kleiderschrank denken die meisten von uns wohl nicht darüber nach, wie viele Ressourcen für die Herstellung unserer Kleider verbraucht wurden, woher sie kommen und welche Schritte sie durchlaufen mussten. Auch der Gedanke an den Wasserverbrauch kommt den meisten wohl nicht in den Sinn, wenn sie sich morgens anziehen. Dabei ist dieser immens: Die Herstellung eines simplen Baumwoll-T-Shirts verbraucht bis zu 3’000 Liter Wasser. Alles in allem ist die Textilindustrie der weltweit zweitgrösste Verursacher von CO2. Genau darauf will die Nachhaltigkeitskommission der ZHAW, kurz NaKt, aufmerksam machen. Die Kleidertauschbörsen gehören zu den beliebtesten Anlässen, die die NaKt organisiert. Die Regeln sind simpel: Man bringt gut erhaltene Kleider, die man selber nicht mehr trägt, mit und hängt sie an die bereitgestellten Kleiderbügel. Dafür kann man sich direkt vor Ort neue Kleidungsstücke aussuchen. Mit Infoplakaten macht die Nachhaltigkeitskommission zudem auf die Missstände der Textilindustrie aufmerksam.

Auf Infotafeln wird erklärt, wie der Kleidertausch funktioniert.
Die Eingangshalle der ZHdK – der ideale Ort für einen Kleidertausch

Grosser Ansturm erwartet

«Alle Kleider, die ich gerade trage, habe ich an Kleidertauschbörsen ergattert», erzählt die NaKt-lerin Andrea Stamm. Gemeinsam mit Marina Jurisic hat sie die Tauschbörse im Toni-Areal organisiert. Auch die Präsidentin der Nachhaltigkeitskommission, Maria Hoegger, war massgeblich an der Organisation beteiligt. «Weil die Klima-Thematik im Moment sehr viel Aufmerksamkeit erhält, wird auch uns von der NaKt mehr Gehör geschenkt», erzählt Marina. Die beiden Psychologie-Studentinnen schafften es deshalb, den «VERSO», der Studierendenverein der ZHdK, für ihr Vorhaben ins Boot zu holen. So konnten Sie die Kleidertauschbörse in der grossen Eingangshalle des Toni-Areals durchführen. Eine räumliche Vergrösserung war auch dringend nötig. «Auf Facebook bekundeten über 1’200 Personen ihr Interesse an dem Anlass. Natürlich kann man sich auf solche Zahlen nicht verlassen, doch wir hatten schon grossen Respekt vor einer so hohen Besucherzahl», erzählt Andrea.

Die beiden Hauptorganisatorinnen Marina Jurisic (l.) und Andrea Stamm (r.)

Den Konsum verringern

Tatsächlich ist der Kleidertausch sehr gut besucht. Exakt zum Startzeitpunkt um 16.30 Uhr ist der Ansturm am grössten. Jede*r will für sich die schönsten Teile heraussuchen. Die Lücken an den Kleiderständern, die’s dadurch gibt, werden laufend wieder geschlossen durch die nächsten Besucher*innen, die Kleidungsstücke mitbringen und sie an die leer gewordenen Bügel hängen. Die Organisatorinnen schätzen, dass insgesamt ungefähr 300 Besucher*innen an der Kleidertauschbörse teilnahmen. Eine davon ist die erfahrene Kleider-Tauscherin Eva Kunz. Sie erklärt: «Zu Hause habe ich immer ein paar Kleider auf der Seite, die ich nicht mehr trage. So bin ich jederzeit gewappnet, wenn wieder eine Börse ansteht.» Die Ausbeute der Journalismus-Studentin lässt sich sehen: Ein Mantel, zwei Blazer, ein T-Shirt und ein Pulli. Ihr Kleiderschrank bestehe mittlerweile etwa zur Hälfte aus getauschten Kleidern, sagt sie. Den Rest hat sie neu oder Secondhand gekauft. Genau das ist das Ziel der Organisatorinnen: «Es ist ein tolles Gefühl zu wissen, dass wir mit jedem einzelnen Kleidungsstück, das heute eine*n neue*n Besitzer*in gefunden hat, den Konsum von neuen Kleidern etwas verringern konnten», sind sich Andrea und Marina einig. Die nächste Kleidertauschbörse der NaKt findet am 6. Mai in Winterthur statt. Mehr Infos dazu sind unter www.vszhaw.ch oder auf der Facebookseite der NaKt zu finden.

Jedes Kleidungsstück wird genau unter die Lupe genommen.

Bildurheber: Silvia Staub