Die Kommission Q+ ist ein Teil des VSZHAW und setzt sich für die sexuelle und geschlechtliche Vielfalt an der ZHAW ein. Die Kommission wurde im Frühlingssemester 2019 gegründet. Aleksandar Simic, Verantwortlicher der Kommission Q+ sowie Generalsekretär des VSZHAW, erklärt, wie sich die Gruppe gebildet hat und warum sie gebraucht wird.

Die Gleichstellung von Mann und Frau sowie der geschlechtlichen und sexuellen Vielfalt ist für Aleksandar sehr wichtig. Deshalb gründete er auch seine eigene NPO.

Aleksandar, die Schweizer Gesellschaft zeigt sich doch sehr offen gegenüber der LGBTIQ+ Community. Wozu braucht es die Kommission Q+ an der ZHAW?
Das stimmt teilweise. Die ZHAW ist eine von vielen staatlichen Institutionen in der Schweiz. Wenn wir das auf einer Metaebene ansehen, ist noch viel Verbesserungs- oder besser gesagt Sensibilisierungspotential in Bezug auf LGBTIQ+-Themen vorhanden. Zum Beispiel konnte man lange, sofern das noch nicht geändert wurde, bei der Anmeldung nur männlich oder weiblich angeben – was überhaupt nicht mehr zeitgemäss ist.

Wie kam es dazu, dass die Kommission Q+ gegründet wurde?
Es ist die Aufgabe des VSZHAW, die Interessen der studierenden Personen zu vertreten. Wir hatten eine grosse Nachfrage an LGBTIQ-Themen und noch keine Kommission, die sich für queere Rechte einsetzte. So wurde dann die Kommission Q+ im Frühlingssemester 2019 offiziell lanciert.

Was für ein Ziel verfolgt ihr mit der Kommission Q+?
Wir setzen uns für die Gleichberechtigung und Interessenvertretung von sexuellen Minderheiten spezifisch an der ZHAW ein.

Wo sollte sich die ZHAW in euren Augen zum Thema Gleichstellung und sexuelle Minderheiten noch verbessern?
Die ZHAW als staatliche Institution, sollte im Allgemeinen kein diskriminierendes Verhalten fördern. Jedoch ziehe ich hier lieber den «Hut des Studierenden» an und erzähle aus meinen eigenen Erfahrungen. An der School für Management and Law werden eigentlich nur klassische Rollenverteilungen aufgezeigt. Diese binären Geschlechterrollen von feminin und maskulin sind eine Ursache für Homophobie in der Gesellschaft. Als ich noch Wirtschaftsrecht studierte, hiess es beispielsweise immer «der Anwalt» und «die Sekretärin». Diese Stereotypen sind teilweise bei den Dozierenden noch sehr verankert. Es ist nicht bei allen Departementen und Dozierenden gleich, jedoch finde ich, könnte man bei der School für Management and Law bei diesem Thema ansetzen.

Wer sind die Menschen, die hinter der Kommission stehen?
Von der Q+ aus haben wir drei Standortleitungen, da die ZHAW auch drei Standorte hat: Winterthur, Wädenswil und Zürich. Es ist eine Mitwirkungskommission, in der viele Interessierte sich freiwillig engagieren. Wir sind auch immer offen für neue helfende Hände und ideenreiche Köpfe.

Dürfen sich auch Heterosexuelle bei der Kommission Q+ engagieren?
Wir sind offen für alle von der ZHAW, die sich für dieses Thema interessieren sowie identifizieren. Im Akronym des LGBTQ+ steht auch ein A drin, Ally, welches unter anderem für Heterosexuelle steht, die sexuelle Minderheiten unterstützen.

Für was steht das Q+ im Namen der Kommission Q+?
Wir wollten einen möglichst inklusiven Namen finden. Q steht für «queer» und bezeichnet als Adjektiv Dinge, Handlungen und Personen, die von der gesellschaftlichen Norm abweichen und ist sozusagen ein Sammelbegriff für alle Buchstaben des LGBTQ+ Akronym.

Zum Schluss: Welche Veranstaltungen stehen an?
Am 02. April 2020 wird ein Vortrag zum Thema sexuell übertragbare Krankheiten in Winterthur am Department G stattfinden. Am 30. April 2020 trifft man sich für ein get2gether beim Zürcher Platzspitz. Getränke sind von Q+ offeriert. Anschliessend ruft das Zürcher Nachtleben.
Es existiert aber auch bereits eine Kooperation mit dem Verein WILSCH (Winterthur, Lesbisch, Schwul). Immer am letzten Donnerstag im Monat findet ein Treffen in der Wilschbar statt. Dort sind alle Studierenden sowie Mitarbeitenden der ZHAW herzlich willkommen. Wenn du gerne mehr erfahren möchtest, melde dich unter: qplus.vszhaw@zhaw.ch

Mirco Droz

Mirco Droz

Autor

Ich bin Kommunikationsstudent und interessiert an Geschichten. Geschichten die Menschen zusammen bringen und etwas grossartiges entstehen lassen. Darüber zu schreiben bringt mich weiter, im Beruf sowie im Privaten. Deshalb möchte ich den Lesern auch meine Sicht näher bringen damit auch sie davon profitieren können.